EAN-Barcode drucken: Größe, Mindestgröße und Ruhezonen

Wie groß ein EAN-13-Barcode sein muss, wie viel Freiraum er braucht, welche Farben sich scannen lassen und wo er hingehört, mit einer praktischen Checkliste für den Etikettendruck.

Kurz gesagt

  • Bei 100 % misst eine EAN-13 etwa 37,29 × 25,93 mm (X = 0,33 mm); GS1 erlaubt 80 % bis 200 %, und 100–120 % ist das sichere Ziel.
  • Kürzen Sie nie die Strichhöhe und halten Sie die Ruhezonen frei: bei der EAN-13 etwa 11 Module links und 7 rechts.
  • Verwenden Sie schwarze oder sehr dunkle Striche in Vollfarbe auf Weiß; rote Striche und helle Codes auf dunklem Grund scheitern.
  • Platzieren Sie den Code auf einer ebenen Fläche fern von Kanten, Falzen und Nähten und drehen Sie ihn bei engen Rundungen.
  • Runden Sie auf Thermodruckern das X-Maß auf ganze Punkte auf, nutzen Sie eine Vektordatei und testen Sie ein fertiges Muster.

Ein EAN-Barcode (EAN-13) in Nenngröße (100 %) ist etwa 37,29 mm breit und 25,93 mm hoch, einschließlich der lesbaren Ziffern darunter, und GS1 erlaubt, Barcodes für den Handel zwischen 80 % und 200 % dieser Größe zu skalieren. Damit der EAN-Code zuverlässig gescannt wird, braucht er außerdem schwarze (oder sehr dunkle) Striche auf weißem oder hellem Grund, die volle Strichhöhe, einen freien hellen Rand auf beiden Seiten und eine ebene Stelle auf der Verpackung, fern von Kanten, Falzen und Nähten.

Das sind die Anforderungen an die Barcode-Größe in zwei Sätzen. Dieser Leitfaden erklärt jede Regel praxisnah: was das X-Maß ist und warum es wichtiger ist als eine „Prozentangabe“, wie viel Freiraum eine Ruhezone braucht, welche Farbkombinationen funktionieren und welche nicht, wo der Code auf Schachtel, Flasche oder Beutel hingehört und wie Sie Etiketten auf einem Büro- oder Thermodrucker drucken, ohne unter die Mindestgröße zu fallen. Am Ende stehen eine Testroutine und eine Checkliste zum Ausdrucken.

Der Leitfaden richtet sich an kleine Marken und Online-Händler, die ihre Etiketten selbst drucken oder eine Verpackungsdruckerei beauftragen. Er behandelt die klassischen eindimensionalen EAN-13- und UPC-A-Barcodes, die Sie auf fast jedem Konsumprodukt sehen, und wirft einen kurzen Blick auf die 2D-Codes, die gerade daneben hinzukommen. Wenn Sie noch klären möchten, was die 13 Ziffern bedeuten, beginnen Sie mit unserem umfassenden Leitfaden zum EAN-Code und kommen Sie hierher zurück, sobald Sie drucken wollen.

Vor dem Druck: Stimmt die EAN-Nummer selbst?

Ein perfekt gedruckter Barcode ist wertlos, wenn er die falsche Nummer trägt. Es hilft, zwei Dinge auseinanderzuhalten. Die GTIN (Global Trade Item Number) ist die Nummer. Der EAN-13-Barcode ist das Symbol, das Strichmuster, das diese Nummer zum Scanner transportiert. Das Barcode-Bild können Sie aus einer Nummer, die Ihnen gehört, kostenlos selbst erzeugen, die Nummer selbst aber können Sie nicht erfinden. Der deutsche Shopify-Ratgeber formuliert es so: EANs selbst zu erstellen ist wegen möglicher Dubletten riskant, das Barcode-Bild selbst „kann problemlos erstellt werden“.

Bevor etwas in den Druck geht, prüfen Sie deshalb drei Dinge:

  1. Länge und Prüfziffer. Eine EAN-13 hat genau 13 Ziffern, und die letzte ist eine Prüfziffer, die aus den anderen zwölf berechnet wird. Eine falsche Ziffer, und der Barcode lässt sich entweder nicht scannen oder wird als anderes Produkt gelesen. Nutzen Sie den Rechner unten oder lesen Sie, wie die EAN-Prüfziffer berechnet wird.
  2. Die richtige Nummer für genau diesen Artikel. Jede Größe, Farbe, Geschmacksrichtung und Packungsgröße braucht eine eigene Nummer. Eine schwarze Socke in Größe 39–42 und dieselbe Socke in 43–46 sind zwei Produkte mit zwei Barcodes, und ein 3er-Pack ist ein drittes. Wenn Sie unsicher sind, führt Sie unser Leitfaden zu EAN-Nummern für Varianten, Bundles und Produktänderungen durch die Regeln.
  3. Dieselbe Nummer in Ihren Angeboten. Vergleichen Sie die Ziffern in Ihrem Onlineshop, Ihrem Marktplatz-Angebot und Ihrer Warenwirtschaft Ziffer für Ziffer mit der Nummer auf der Druckvorlage. Copy-and-paste-Fehler sind in dieser Phase häufig und teuer, sobald 5.000 Kartons gedruckt sind.
Geben Sie die ersten 12 Ziffern ein, um die 13. zu erhalten, oder alle 13, um einen Code zu prüfen.
Geben Sie mindestens 12 Ziffern ein.

Die Prüfziffer fängt nur Tipp- und Lesefehler ab. Sie beweist nicht, dass ein Code auf Sie oder auf jemand anderen registriert ist. Die Hilfe von Google Merchant Center etwa empfiehlt Händlern, die Prüfziffer mit dem Rechner von GS1 zu prüfen, aber das ist eine reine Formatprüfung.

Wie groß muss ein EAN-13-Barcode sein?

Ausgangspunkt jeder EAN-13 ist ihre Nenngröße, auch 100 % Vergrößerung genannt. Bei 100 % ist das vollständige Symbol einschließlich der Ruhezonen und der Ziffern unter den Strichen etwa 37,29 mm breit und 25,93 mm hoch. Ein UPC-A, die nordamerikanische Version mit 12 Ziffern, ist mit etwa 37,29 × 25,91 mm nahezu identisch.

Sie müssen nicht exakt mit 100 % drucken. GS1 Nederland schreibt: „the specified magnification range for an EAN13 barcode symbol scanned at retail is between 80% … and 200%“, der zulässige Bereich für eine im Handel gescannte EAN-13 liegt also zwischen 80 % und 200 %. Anders gesagt: Der ganze Barcode darf für kleine Verpackungen auf 80 % der Nenngröße schrumpfen oder für große auf 200 % wachsen, solange er proportional skaliert wird.

EAN-13-Größen bei gängigen Vergrößerungen

Die Tabelle unten skaliert die Nennmaße. Da die Breite die Ruhezonen einschließt, ist sie der gesamte Platz, den Sie auf der Druckvorlage freihalten müssen, nicht nur die Breite der Striche.

VergrößerungX-Maß (schmalster Strich)Ca. Breite inkl. RuhezonenCa. Höhe inkl. ZiffernTypischer Einsatz
80 % (Minimum)0,264 mm29,8 mm20,7 mmKleine Verpackungen, nur bei hochwertigem Druck
100 % (Nenngröße)0,33 mm37,3 mm25,9 mmStandard-Handelsverpackung
120 %0,396 mm44,7 mm31,1 mmEtiketten aus Büro- und Thermodruckern, unebene Oberflächen
150 %0,495 mm55,9 mm38,9 mmGrößere Kartons, raue Pappe, Flexodruck
200 % (Maximum)0,66 mm74,6 mm51,9 mmGroße Artikel, Umverpackung

Die Werte sind gerundet und aus den Nennmaßen 37,29 × 25,93 mm berechnet. Die Grenzen von 80 % und 200 % und die Werte für das X-Maß stammen von GS1; die Zeilen dazwischen sind einfache Multiplikation.

Welche Größe sollten Sie wählen?

Das Minimum ist eine Grenze, kein Ziel. Ein Barcode mit genau 80 % lässt keinen Spielraum für Farbzuwachs, leicht unscharfe Kanten oder einen Scanner, der nicht ganz gerade zur Verpackung steht. Der Leitfaden eines kommerziellen Druckerherstellers empfiehlt 100–120 % für zuverlässiges Scannen, und das entspricht der gängigen Praxis: Peilen Sie 100 % oder etwas mehr an, wenn die Verpackung Platz bietet, und gehen Sie nur dann Richtung 80 %, wenn es sein muss und das Druckverfahren präzise ist.

Größer ist aber auch nicht automatisch besser. Über 200 % liegen Sie außerhalb des Bereichs, den GS1 für das Scannen im Handel vorgibt. In der Praxis liegt das größere Risiko bei großen Formaten in der Platzierung: Ein 75 mm breiter Barcode lässt sich viel schwerer von Kanten und Rundungen fernhalten als einer mit 37 mm.

Und bei sehr kleinen Produkten?

Für winzige Verpackungen gibt es zwei Möglichkeiten. Sie können eine EAN-13 bis zum Minimum von 80 % verkleinern oder die kürzere EAN-8 (GTIN-8) verwenden. GS1 Nederland vergibt eine EAN-8 nur in bestimmten Fällen, etwa wenn die gesamte bedruckbare Fläche der Verpackung unter 80 cm² liegt, und weist darauf hin, dass eine verkleinerte EAN-13 oft der einfachere Weg ist. Eine EAN-8 ist eine andere Nummer, keine gekürzte EAN-13, und muss daher als solche beantragt werden; unser Artikel zu EAN, UPC und GTIN im Vergleich erklärt die verschiedenen Längen. Ist ein Produkt für jeden Barcode zu klein, kommt der Code üblicherweise auf die Umverpackung, ein Hängeetikett oder einen Aufkleber auf dem Beutel, in dem es verkauft wird.

Das X-Maß: die Größe, auf die es wirklich ankommt

„Vergrößerung“ ist der Begriff, den die meisten kennen, doch GS1 hat ihn in seinen Spezifikationen zugunsten des X-Maßes (X-Dimension) aufgegeben: der Breite des schmalsten Strichs oder Zwischenraums im Symbol, auch ein Modul genannt. Jeder andere Strich und Zwischenraum ist ein ganzes Vielfaches dieser Breite (ein bis vier Module). Wer das X-Maß kennt, kennt also die Größe von allem anderen.

  • Bei 100 % ist X = 0,33 mm.
  • Beim Minimum von 80 % ist X = 0,264 mm.
  • Beim Maximum von 200 % ist X = 0,66 mm.

In X-Maß zu denken hilft auf zwei Arten. Erstens fragen Verpackungsdruckereien und Etikettensoftware genau danach; „X = 0,33 mm“ anzugeben vermeidet also Missverständnisse darüber, worauf sich „100 %“ bezieht. Zweitens erklärt es die Gesamtbreite. Ein EAN-13-Symbol ist 95 Module breit. Rechnen Sie die hellen Ränder auf beiden Seiten hinzu, nach unserem Verständnis der GS1 General Specifications 11 Module links und 7 rechts, kommen Sie auf 113 Module. Multiplizieren Sie 113 mit 0,33 mm, und Sie erhalten die oben genannte Nennbreite von 37,29 mm.

Skalieren, nicht verzerren

Die Vergrößerung gilt für das ganze Symbol. Ziehen Sie in einem Grafikprogramm nur an den Seiten eines Barcodes, werden die Striche breiter, die Höhe aber bleibt gleich, oder umgekehrt. Ein verzerrter Barcode lässt sich vielleicht noch mit dem Smartphone scannen, entspricht aber nicht mehr der Spezifikation, und wenn Sie ihn horizontal stauchen, kann das X-Maß unbemerkt unter 0,264 mm fallen. Fixieren Sie immer das Seitenverhältnis (in den meisten Programmen mit gedrückter Umschalttaste) und prüfen Sie die resultierende Breite anhand der Tabelle.

Warum Sie die Strichhöhe nicht kürzen dürfen

Designer möchten einen Barcode oft niedriger machen, weil eine EAN in voller Höhe auf einer schmalen Verpackung viel Platz einnimmt. Das nennt man Kürzen der Strichhöhe (englisch truncation), und GS1 ist hier eindeutig: Es „is not permitted within EAN/UPC symbology specifications“, ist also nach den EAN/UPC-Spezifikationen nicht zulässig, und es senkt die Leserate.

Der Grund liegt in der Funktionsweise von Kassenscannern. Viele fest eingebaute Scanner an der Kasse projizieren mehrere Laser- oder Kameralinien in verschiedenen Winkeln, damit das Kassenpersonal ein Produkt darüberziehen kann, ohne es genau auszurichten. Ein hoher Barcode bietet diesen Linien ein breites Ziel. Ein auf die halbe Höhe gekürzter Barcode wird nur gelesen, wenn das Produkt genau im richtigen Winkel gehalten wird. Das bedeutet mehr Wiederholungsscans, mehr manuelles Eintippen und genervtes Personal.

Passt der Barcode nicht, verkleinern Sie ihn insgesamt (mindestens 80 %), verlegen Sie ihn auf eine größere Fläche oder überdenken Sie das Layout. Schneiden Sie die Striche nicht ab. Dasselbe gilt dafür, die Klarschriftziffern so zu beschneiden, dass sie in die Striche ragen, oder ein Logo oder Text über einen Teil des Symbols zu legen.

Ruhezonen: Wie viel Freiraum braucht ein Barcode?

Die Ruhezone (Hellzone, englisch quiet zone) ist der leere, helle Bereich direkt links und rechts der Striche. Der Scanner erkennt daran, wo der Barcode beginnt und endet. Ragen Text, ein Rahmen, ein Muster oder der Rand eines Etiketts in diesen Bereich, findet der Scanner den Anfang des Codes womöglich gar nicht oder liest einen Teil der Umgebung als zusätzlichen Strich.

Für die EAN-13 verlangen die GS1 General Specifications nach unserem Verständnis 11 Module (11 × X) links und 7 Module rechts. UPC-A braucht auf jeder Seite 9 Module. Manche Ratgeber nennen für die EAN-13 einfach „mindestens 11 Module“, und das ist die sichere Lesart, wenn Sie sich nur eine Zahl merken wollen. Viele Barcode-Generatoren setzen ein kleines „>“-Zeichen ganz rechts in die rechte Ruhezone; es markiert, wie viel Platz frei bleiben muss, schneiden Sie es also nicht ab und bedrucken Sie es nicht. Prüfen Sie immer die aktuelle Ausgabe der GS1 General Specifications oder fragen Sie Ihre Druckerei, wenn Sie den exakten Wert für eine technische Zeichnung brauchen.

VergrößerungLinke Ruhezone (11X)Rechte Ruhezone (7X)
80 %2,9 mm1,8 mm
100 %3,6 mm2,3 mm
120 %4,4 mm2,8 mm
150 %5,4 mm3,5 mm
200 %7,3 mm4,6 mm

Eine gute Barcode-Datei enthält die Ruhezonen bereits in ihren Außenmaßen. Probleme entstehen erst, wenn jemand sie in die Druckvorlage setzt und dann die „leeren“ weißen Ränder abschneidet, um Platz zu sparen, oder eine Hintergrundfarbe oder ein Foto bis an die Striche heranlaufen lässt. Behandeln Sie das gesamte Rechteck einschließlich der weißen Ränder als unantastbar.

Typische Fehler bei der Ruhezone:

  • Ein farbiges Feld oder ein Rahmen eng um die Striche.
  • Produkttext, eine Zutatenliste oder ein Recycling-Logo direkt neben dem Code.
  • Ein Etikett, das so gestanzt ist, dass die Striche bis an den Rand des Aufklebers laufen.
  • Der Barcode direkt neben einem Falz, sodass die Ruhezone um die Ecke verschwindet.

Welche Barcode-Farben lassen sich scannen, und warum scheitern rote Striche?

Ein Scanner liest einen Barcode, indem er den Kontrast zwischen dunklen Strichen und hellen Lücken misst. Die meisten Handelsscanner arbeiten mit rotem Licht. Alles, was unter rotem Licht dunkel wirkt, funktioniert als Strichfarbe, und alles, was hell wirkt, als Hintergrund. Diese eine Tatsache erklärt fast jede Farbregel.

  • Schwarze Striche auf weißem Grund sind am besten. Sie bieten unter jedem Licht den höchsten Kontrast.
  • Die Striche müssen dunkel und der Hintergrund hell sein. Invertierte Codes mit hellen Strichen auf dunklem Grund sind nicht lesbar.
  • Vermeiden Sie Rot und rötliche Farben für die Striche, auch Orange, Rosa und Brauntöne mit hohem Rotanteil. Unter rotem Licht verschwinden diese Striche fast.
  • Rot kann als Hintergrund funktionieren, aus demselben Grund: Unter rotem Licht wirkt es hell. Testen Sie es trotzdem vorher, denn Farbtöne unterscheiden sich.
  • Die Striche sollten aus einer einzigen Vollfarbe bestehen. Dunkelblau, Dunkelgrün oder sehr dunkles Braun können funktionieren, wenn Schwarz nicht möglich ist. Vermeiden Sie Striche aus mehreren übereinanderliegenden Farben, Rastern oder Verläufen.
  • Drucken Sie auf transparenter Verpackung ein deckendes weißes Feld hinter die Striche. Verlassen Sie sich nicht auf den Inhalt der Verpackung als Hintergrund, denn farbige Flüssigkeiten, dunkler Inhalt oder Spiegelungen verändern, was der Scanner sieht.

Diese Regeln folgen dem Farbleitfaden von GS1 UK und dem Implementierungsleitfaden von GS1. Der Leitfaden von GS1 UK zu Barcode-Farben zeigt Beispiele für Kombinationen, die funktionieren und die scheitern.

Farbkombinationen auf einen Blick

StricheHintergrundErgebnis
SchwarzWeißBeste Wahl
SchwarzGelb, Hellorange, HellrotFunktioniert meist; testen
Dunkelblau oder DunkelgrünWeißFunktioniert meist
DunkelbraunWeißKann funktionieren, wenn sehr dunkel; testen
Rot, Orange, RosaWeißScheitert: Striche verschwinden unter rotem Licht
WeißSchwarz oder dunkle FarbeScheitert: invertierter Kontrast
SchwarzDunkelblau, Dunkelgrün, DunkelbraunScheitert: zu wenig Kontrast
BeliebigTransparente Folie über dem InhaltUnzuverlässig: weißen Unterdruck ergänzen
Gold oder Silber (metallisch)BeliebigRiskant: Spiegelungen verwirren Scanner

Kraftpapier, strukturierte Materialien und Metallicfolien

Braune Kraftpapier-Kartons und -Tüten sind bei kleinen Marken beliebt und eine häufige Ursache für Scanprobleme. Der Hintergrund ist schon mitteltonig, sodass schwarze Striche weniger Kontrast haben als auf Weiß, und die Fasern machen die Strichkanten ausgefranst. Die Lösung ist einfach: Drucken oder kleben Sie ein weißes Feld an die Stelle des Barcodes oder verwenden Sie ein weißes Etikett. Dasselbe gilt für dunkle Kartons, farbiges Seidenpapier, Textiletiketten und metallische oder holografische Folien, die Licht unvorhersehbar reflektieren. Ein schlichtes weißes Rechteck unter dem Code, einschließlich der Ruhezonen, löst die meisten dieser Probleme.

Wo gehört der Barcode auf die Verpackung?

Eine gute Platzierung macht den Unterschied zwischen einem Code, der beim ersten Mal gelesen wird, und einem, der eingetippt werden muss. Die festen Regeln drehen sich darum, Beschädigung und Verzerrung zu vermeiden:

  • Nie über eine Kante, einen Falz, eine Lasche oder eine Naht. Die Striche werden sonst geknickt, geteilt oder verdeckt.
  • Halten Sie ihn fern von Stellen, die verdeckt werden, etwa unter einer Verschlusslasche, einem Preisaufkleber, einem Sicherungsetikett oder der Überlappung eines Sleeves.
  • Bleiben Sie weg von Perforationen, Ausstanzungen, Sichtfenstern und Siegelnähten.
  • Klären Sie die Ausrichtung mit Ihrer Druckerei. Auf manchen Druckmaschinen werden Striche in einer Richtung schärfer gedruckt als in der anderen, daher bittet die Druckerei Sie eventuell, den Code zu drehen.

Eine verbreitete Konvention ist, den Barcode auf der Rückseite unten rechts zu platzieren. Sie stammt aus den Platzierungsempfehlungen von GS1; betrachten Sie sie als sinnvolle Grundeinstellung, nicht als feste Regel, und schlagen Sie in den aktuellen GS1 General Specifications nach, wenn Ihr Abnehmer eine exakte Position verlangt. Entscheidend ist, dass der Code auf einer ebenen Fläche sitzt, die ganz natürlich zum Scanner zeigt, wenn das Produkt auf das Band gelegt oder hochgehalten wird.

Gewölbte Oberflächen: Flaschen, Gläser, Dosen und Tuben

Auf einem runden Behälter legt sich ein Barcode mit senkrechten Strichen um die Rundung, und die Striche am Rand biegen sich vom Scanner weg. Laut GS1 muss der Barcode auf gewölbten Flächen unter Umständen gedreht werden, damit er lesbar bleibt. In der Praxis heißt das oft, ihn so zu drehen, dass die Striche wie Ringe um den Behälter laufen (der Barcode „liegt auf der Seite“). So bleibt jeder Strich über seine ganze Länge flach. Je enger die Rundung und je größer der Barcode, desto wichtiger wird das. Auf einem kleinen Fläschchen kann selbst eine gedrehte EAN-13 zu viel sein; das ist einer der Fälle, in denen die EAN-8 oder ein Code auf der Umverpackung die Lösung ist.

Beutel, Standbodenbeutel und weiche Verpackungen

Flexible Verpackungen knittern und dehnen sich. Setzen Sie den Code auf die flachste, steifste Stelle, oft die Mitte der Rückseite, weg von Seitenfalten und der oberen Siegelnaht. Ist die Verpackung mit etwas Klumpigem gefüllt (Kaffeebohnen, Süßigkeiten, Schrauben), testen Sie ein befülltes Muster und keinen flachen Bogen: Die Unebenheiten können die Striche so verzerren, dass der Scan scheitert.

Kleidung, Textilien und unverpackte Artikel

Bei Kleidung kommt der Barcode meist auf ein Hängeetikett oder einen Aufkleber auf dem Polybeutel, nicht auf das Kleidungsstück. Jede Größe und Farbe braucht einen eigenen Code. Achten Sie also darauf, dass das Etikett für das schwarze M auch die Nummer des schwarzen M trägt. Für unverpackte Artikel wie Keramik oder Werkzeug funktioniert ein gut platzierter Aufkleber auf einer flachen Unterseite gut, prüfen Sie aber, dass er nicht zusammen mit dem Preisetikett abgezogen wird.

Versandkartons sind ein eigener Fall

Umkartons und Kartons mit mehreren Verkaufseinheiten sind eigene Handelseinheiten. Sie werden in der Regel mit einer GTIN-14 in einem ITF-14- oder GS1-128-Barcode gekennzeichnet, für den eigene Regeln zu Größe und Platzierung gelten. Die Verbrauchereinheit darin muss weiterhin ihre eigene EAN-13 tragen. Vergrößern Sie nicht einfach Ihren Handels-Barcode und kleben Sie ihn auf den Karton, denn beim Scan im Lager wird dann eine Einheit statt eines ganzen Kartons erfasst.

Barcode-Etiketten selbst drucken: Auflösung, Etiketten und Dateien

Die meisten kleinen Händler beginnen mit Etiketten aus einem Büro-Laserdrucker oder einem Thermo-Etikettendrucker. Mit beiden lassen sich gute Barcodes drucken, aber es gibt eine technische Falle, in die viele tappen: die Druckerauflösung.

Die dpi-Falle: Warum Ihr Drucker nicht „genau 80 %“ drucken kann

Ein Drucker kann nur Striche erzeugen, die eine ganze Zahl von Punkten breit sind. Ein Drucker mit 203 dpi, ein verbreiteter Thermo-Etikettendrucker, hat Punkte von etwa 0,125 mm. Das X-Maß muss daher 2 Punkte (0,250 mm), 3 Punkte (0,375 mm), 4 Punkte und so weiter betragen. Es kann nicht 0,264 mm oder 0,33 mm sein. GS1 weist darauf hin, dass Drucker mit 200 und 300 dpi in der Nähe des Minimums nur etwa 75,7–76,9 % erreichen, was unter der Untergrenze von 80 % liegt. Auf einem solchen Drucker gehen Sie also zur nächsten ganzen Punktgröße nach oben, nicht nach unten.

DruckerauflösungPunkte pro ModulX-MaßEntsprechende VergrößerungBewertung
203 dpi20,250 mmca. 76 %Unter dem Minimum von 80 %: vermeiden
203 dpi30,375 mmca. 114 %Gute Standardwahl für Thermoetiketten
300 dpi30,254 mmca. 77 %Unter dem Minimum von 80 %: vermeiden
300 dpi40,339 mmca. 103 %Gute Standardwahl
600 dpi70,296 mmca. 90 %Akzeptabel auf kleinen Etiketten
600 dpi80,339 mmca. 103 %Gute Standardwahl

Berechnet aus der Punktgröße (25,4 mm geteilt durch die dpi). Gute Etikettensoftware übernimmt diese Rundung für Sie, wenn Sie ihr die Auflösung des Druckers angeben; prüfen Sie die Einstellung, statt davon auszugehen.

Dasselbe Prinzip gilt, wenn ein Barcode-Bild in ein Dokument eingefügt und „angepasst“ gedruckt wird. Skaliert die Software das Bild um einen kleinen, beliebigen Faktor, werden manche Striche einen Punkt breiter als andere, und die Verhältnisse zwischen den Strichen verschieben sich. Drucken Sie mit 100 % Skalierung („tatsächliche Größe“), nicht mit „an Seite anpassen“.

Vektordateien oder Pixelbilder

Verwenden Sie für Verpackungsdesigns eine Barcode-Vektordatei (SVG, EPS oder PDF) statt eines Pixelbildes wie JPEG oder eines niedrig aufgelösten PNG. Eine Vektordatei beschreibt jeden Strich als exakte Form, bleibt also in jeder Größe scharf, und die Strichbreiten bleiben präzise. Ein vergrößertes Pixelbild bekommt unscharfe Kanten, und ein als JPEG komprimiertes Bild bekommt grauen Schleier um die Striche; beides verringert Kontrast und Kantenschärfe.

Wenn Sie Ihre Codes bei GTINcodes.com gekauft haben, können Sie für jeden Ihrer Codes druckfertige Barcode-Bilder im SVG-Format in Ihrem Konto herunterladen. Setzen Sie die SVG in Ihre Designdatei, skalieren Sie sie proportional auf die gewählte Größe und lassen Sie die weißen Ränder unangetastet; diese Ränder sind die Ruhezonen. Drucken Sie stattdessen aus einem Etikettenprogramm, können Sie in der Regel die 13 Ziffern in dessen EAN-13-Barcode-Funktion eingeben und das Symbol in der nativen Auflösung des Druckers erzeugen lassen.

Etiketten und Drucker auswählen

  • Thermodirekt-Etiketten sind günstig und brauchen keine Farbe, dunkeln aber durch Wärme und Sonnenlicht nach und verblassen über Monate. Für Versandetiketten und kurzlebigen Bestand gut geeignet, weniger für Produkte, die ein Jahr im Regal stehen.
  • Thermotransfer-Etiketten arbeiten mit einem Farbband und halten viel länger. Für Produktetiketten sind sie die bessere Wahl.
  • Laserdrucker auf Etikettenbögen liefern scharfe Barcodes, wenn der Toner frisch ist und das Etikettenmaterial für Laserdruck geeignet ist. Achten Sie darauf, dass die Bögen sich nicht wellen oder verschmieren.
  • Tintenstrahldrucker können auf gestrichenem Etikettenpapier funktionieren, auf ungestrichenem oder saugfähigem Material verläuft die Tinte jedoch, wodurch die Striche dicker und die Lücken schmaler werden. Wenn Sie Tintenstrahl verwenden müssen, wählen Sie eine größere Größe (120 % oder mehr) und testen Sie sorgfältig.
  • Glänzende oder laminierte Etiketten können das Licht des Scanners spiegeln. Mattes Weiß ist die sicherste Oberfläche.

Eine Verpackungsdruckerei briefen

Wenn eine Druckerei oder ein Verpackungslieferant den Barcode direkt auf Kartons oder Beutel druckt, geben Sie die Details schriftlich weiter, statt sich allein auf die Druckvorlage zu verlassen:

  1. Die vollständige 13-stellige Nummer für jedes Design, pro Variante aufgelistet, damit die Druckerei die Vorlage damit abgleichen kann.
  2. Den Barcode-Typ (EAN-13) und das gewählte X-Maß bzw. die Vergrößerung.
  3. Die Strichfarbe (idealerweise 100 % Schwarz, eine Farbe, kein Raster) und den Hintergrund (Weiß oder weißer Unterdruck).
  4. Die Bitte, Ruhezonen und volle Strichhöhe zu erhalten und den Barcode weder zu skalieren noch zu beschneiden.
  5. Die Bitte um einen Andruck und, wenn möglich, einen Barcode-Prüfbericht für die erste Auflage.

Erfahrene Verpackungsdruckereien passen die Strichbreiten mitunter leicht an, um den Farbzuwachs auf ihrer Maschine auszugleichen. Das ist normal und etwas, das Sie ihnen überlassen sollten. Ein weiterer Grund, eine saubere Vektordatei und die reine Nummer zu schicken statt eines flachen Bildes.

Wie prüfen Sie, ob ein Barcode gescannt werden kann?

Es gibt zwei Prüfebenen: einen schnellen Funktionstest, den jeder machen kann, und die formale Verifizierung nach ISO-Norm.

Schnelltest mit Smartphone oder Handscanner

  1. Drucken Sie ein Muster auf dem echten Material, in der echten Größe, mit dem echten Drucker. Eine Bildschirmvorschau oder ein Büroausdruck auf Normalpapier sagt Ihnen nicht, wie sich ein Kraftkarton verhält.
  2. Scannen Sie es mit einer Barcode-Scanner-App auf dem Smartphone und, falls vorhanden, mit einem günstigen USB-Handscanner. Beide sollten es sofort lesen.
  3. Vergleichen Sie die gelesenen Ziffern mit der beabsichtigten Nummer. Ein Barcode, der sich scannen lässt, aber die falsche Nummer liefert, ist schlimmer als einer, der gar nicht gelesen wird.
  4. Versuchen Sie es schräg, aus etwas größerer Entfernung und bei schwachem Licht. Wird er nur gelesen, wenn er völlig flach unter hellem Licht liegt, ist etwas grenzwertig: meist Größe, Kontrast oder Ruhezone.
  5. Testen Sie bei gewölbten oder flexiblen Verpackungen ein befülltes, fertiges Produkt, keinen flachen Andruck.

Ein erfolgreicher Scan mit dem Smartphone ist ein gutes Zeichen, aber kein Qualitätsnachweis. Smartphone-Kameras sind sehr nachsichtig, und ein Code, den ein Smartphone liest, kann von einem professionellen Prüfgerät trotzdem schlecht bewertet werden oder an einem älteren Kassenscanner Probleme machen.

Formale Verifizierung: Qualitätsstufen nach ISO/IEC 15416

Barcode-Qualität wird formal mit einem Verifier gemessen, einem kalibrierten Prüfgerät, das den Code scannt und nach ISO/IEC 15416 für lineare Barcodes wie die EAN-13 bewertet (2D-Codes werden nach ISO/IEC 15415 bewertet). Die Bewertung berücksichtigt Kontrast, Kantenschärfe, Defekte, Ruhezonen und wie sauber sich jeder Strich decodieren lässt. GS1 legt für jede Anwendung die erforderliche Mindestqualität fest.

Händlern wird oft nachgesagt, dass sie für Handels-Barcodes die Stufe C (1,5) oder besser verlangen, doch die Anforderungen unterscheiden sich; prüfen Sie den genauen Wert im Lieferantenhandbuch Ihres Abnehmers. Einige GS1-Mitgliedsorganisationen bieten Prüfdienste an; AECOC (GS1 Spain) etwa bietet einen kostenlosen an. Verpackungsdruckereien besitzen oft selbst ein Prüfgerät und können mit der ersten Auflage einen Bericht liefern. Wenn Sie nur über Ihren eigenen Onlineshop und Marktplätze verkaufen, wird ein formaler Bericht selten verlangt, ein sauberes Testergebnis erspart aber trotzdem Ärger in den Lagern, die Ihre Ware abwickeln.

Brauchen Sie auch einen QR-Code oder 2D-Barcode? (Sunrise 2027)

Vielleicht haben Sie gelesen, dass 2D-Barcodes die klassische EAN „ersetzen“. Die Wirklichkeit verläuft schrittweiser. Sunrise 2027 ist ein von GS1 angeführtes Branchenziel: Kassensysteme im Handel sollen weltweit bis Ende 2027 2D-Barcodes wie GS1 DataMatrix und QR-Codes mit GS1 Digital Link lesen können. Es ist ein Meilenstein für die Bereitschaft, keine Pflicht. Amazon beschreibt es genauso: „By the end of 2027, retail point-of-sale (POS) systems globally will support 2D barcodes.“ Die Sunrise-2027-Seite von Amazon ergänzt, dass eine Serialisierung nicht nötig ist, um für Sunrise bereit zu sein.

Vorerst ersetzt ein 2D-Code die EAN-13 nicht. Die Supportseiten von GS1 beantworten die Frage direkt: „No, the GS1 QR Code provides extended packaging information only and needs to be used alongside an EAN or UPC barcode“. Der GS1-QR-Code liefert also nur zusätzliche Verpackungsinformationen und muss neben einem EAN- oder UPC-Barcode verwendet werden, und die meisten Kassenscanner können ihn noch nicht lesen. Branchenberichte vom Oktober 2026 gehen davon aus, dass 2D-Codes neben EAN und UPC stehen werden, bis die Bereitschaft im Handel etwa 90–95 % erreicht.

Was das für Ihre Druckvorlage bedeutet:

  • Drucken Sie weiterhin die EAN-13. Sie bleibt der Code, den Kassen und Marktplätze scannen, und verschwindet so bald nicht.
  • Wenn Sie einen QR-Code ergänzen, etwa für eine Produktseite, eine Anleitung oder einen Recycling-Hinweis, platzieren Sie ihn getrennt von der EAN, mit eigenem freiem Rand. Lassen Sie die beiden nicht überlappen und verschmelzen Sie sie nicht.
  • Setzen Sie keinen gewöhnlichen Marketing-QR-Code an die Stelle der EAN. Ein QR-Code, der auf Ihre Website verlinkt, enthält keine GTIN in einer Form, die eine Kasse versteht.
  • GS1 Digital Link verpackt die GTIN in eine Webadresse in einem QR-Code und ist normalerweise an einen Resolver gebunden, der unter der GS1-Lizenz des Markeninhabers eingerichtet ist. Stammen Ihre Codes nicht aus Ihrer eigenen GS1-Mitgliedschaft, ist fraglich, ob Sie sie in einem GS1-Digital-Link-QR-Code verwenden können. Planen Sie ein 2D-Projekt daher zuerst mit GS1 oder einem Spezialisten.

Häufige Fehler beim Barcode-Druck und wie Sie sie beheben

Die meisten gescheiterten Scans gehen auf eine Handvoll wiederkehrender Probleme zurück. Die Tabelle ordnet jedem Symptom die wahrscheinliche Ursache und die Lösung zu.

SymptomWahrscheinliche UrsacheLösung
Wird gar nicht gelesenRuhezone abgeschnitten oder verdeckt; invertierte oder rote StricheWeiße Ränder wiederherstellen; dunkle Striche auf hellem Grund verwenden
Wird nur gelesen, wenn ganz ruhig gehaltenGekürzte Höhe oder Größe unter 80 %Volle Höhe wiederherstellen; auf 100–120 % vergrößern
Wird als andere Nummer gelesenFalsche Nummer in der Vorlage oder Varianten verwechseltZiffern vor dem Druck mit der Produktliste abgleichen
Smartphone liest ihn, Kasse nichtWenig Kontrast, glänzende Oberfläche oder unscharfe KantenMattweißer Hintergrund, schwarze Vollfarbe, Vektordatei
Thermoetiketten versagen nach einigen MonatenThermodirekt-Etiketten verblasstAuf Thermotransfer-Etiketten umsteigen
Striche wirken dick und unscharfVerlaufende Tinte auf saugfähigem Material oder vergrößertes JPEGGestrichene Etiketten, Vektordatei, größere Größe
Scheitert nur auf FlaschenStriche biegen sich um die RundungCode drehen oder innerhalb der Grenzen verkleinern
Scheitert auf Kraft- oder dunklen KartonsZu wenig KontrastWeißes Etikett oder weißer Unterdruck hinter dem Code
Lager bucht eine Einheit pro KartonHandels-EAN auf dem Umkarton verwendetKartons separat kennzeichnen (GTIN-14 / ITF-14)

Ein Rechenbeispiel: eine kleine Kerzenmarke

Nehmen wir einen Kerzenhändler mit drei Düften in zwei Glasgrößen, verkauft über den eigenen Onlineshop und einige Marktplätze. Das sind sechs Produkte, also sechs EAN-13-Nummern. Die Gläser sind rund, etwa 8 cm im Durchmesser, mit einem umlaufenden Etikett aus Kraftpapier.

  • Größe: Auf dem Etikett ist Platz für einen Code mit etwa 100–110 %. Ein Thermotransferdrucker mit 300 dpi und 4 Punkten pro Modul ergibt X = 0,339 mm, etwa 103 %, die Barcode-Fläche misst also rund 38 × 27 mm.
  • Farbe: Schwarze Striche direkt auf Kraftpapier ergeben wenig Kontrast. Der Händler ergänzt im Etikettendesign ein weißes Rechteck, das die Ruhezonen einschließt.
  • Platzierung: Auf einem Glas mit 8 cm würde ein 38 mm breiter Barcode mit senkrechten Strichen einen spürbaren Teil der Rundung umspannen. Der Händler dreht den Code, sodass die Striche waagerecht um das Glas laufen, und hält ihn von der Überlappungsnaht des Etiketts fern.
  • Dateien: Jeder Duft und jede Größe bekommt eine eigene SVG, benannt nach der 13-stelligen Nummer und dem Produktnamen, damit die richtige Datei auf das richtige Etikett kommt.
  • Test: Pro Variante wird ein fertiges, befülltes Glas mit Smartphone und USB-Scanner gescannt, und die gelesenen Nummern werden vor dem kompletten Etikettendruck mit der Produktliste abgeglichen.

Keiner dieser Schritte kostet viel, aber zusammen machen sie aus „auf meinem Bildschirm hat er funktioniert“ ein Etikett, das am Packtisch, im Lager eines Marktplatzes und an der Ladenkasse funktioniert.

EAN-Nummer beantragen oder kaufen: Was ein guter Barcode nicht löst

Ein gut gedruckter Barcode löst den physischen Teil: Die Nummer gelangt von der Verpackung in einen Computer. Er ändert nichts daran, auf wen die Nummer registriert ist. Viele möchten eine EAN-Nummer „beantragen“ wie bei einer Behörde, tatsächlich werden Sie aber entweder Mitglied bei GS1 Germany oder kaufen Codes bei einem Wiederverkäufer. Codes, die Sie bei einem Wiederverkäufer wie GTINcodes.com kaufen, sind gültige EAN-13-Nummern aus dem Bestand von GTINcodes, einmalig vergeben und im Register von GTINcodes auf Sie eingetragen, was jeder auf unserer Seite zur EAN-Abfrage prüfen kann. Sie werden nicht über eine GS1-Mitgliedschaft in Ihrem Namen vergeben, und in der eigenen Datenbank von GS1 (Verified by GS1) zeigt ein solcher Code den ursprünglichen Lizenzinhaber oder keine Daten, nicht Ihr Unternehmen. Für viele markenlose Produkte, eigene Onlineshops und Marktplätze, die eine gültige, eindeutige EAN verlangen, ist das in Ordnung. Wenn Sie Markenprodukte auf Amazon oder bol.com verkaufen, Zalando beliefern oder über Supermärkte und Handelsketten verkaufen wollen, ist eine GS1-Mitgliedschaft die bessere Wahl, weil diese Kanäle GS1-Daten prüfen. Unser ehrlicher Vergleich von GS1-Mitgliedschaft und Codes von Wiederverkäufern stellt die Vor- und Nachteile gegenüber, und der Leitfaden zu EAN-Codes für Amazon erklärt die dortige GS1-Markenprüfung. Wenn Sie wissen, welcher Weg zu Ihnen passt, können Sie Codes und Preise in unseren Shops ansehen.

Checkliste für den Barcode-Druck

Gehen Sie diese Liste durch, bevor Sie eine Druckvorlage freigeben oder eine Etikettendatei an die Druckerei schicken.

Die Nummer

  • 13 Ziffern mit gültiger Prüfziffer.
  • Eine eindeutige Nummer je Größe, Farbe, Duft, Geschmacksrichtung und Packungsgröße.
  • Die Ziffern auf der Vorlage stimmen mit Onlineshop, Marktplatz-Angeboten und Warenwirtschaft überein.

Größe und Form

  • Zwischen 80 % und 200 % der Nenngröße; Ziel 100–120 %. Bei 100 % misst das Symbol etwa 37,29 × 25,93 mm und X = 0,33 mm; nie unter X = 0,264 mm.
  • Proportional skaliert, nie gedehnt oder gestaucht.
  • Volle Strichhöhe: nicht gekürzt.
  • Bei Thermo- oder Bürodruckern das X-Maß auf ganze Druckerpunkte aufgerundet (zum Beispiel 3 Punkte bei 203 dpi, 4 Punkte bei 300 dpi).

Ruhezonen und Farben

  • Freie helle Ränder auf beiden Seiten (bei der EAN-13 etwa 11X links und 7X rechts), in die nichts gedruckt ist.
  • Schwarze oder sehr dunkle Striche in Vollfarbe auf weißem oder hellem Grund.
  • Keine roten, orangen, rosa oder rotbraunen Striche, keine invertierten Codes (hell auf dunkel), keine Metallicfarben.
  • Ein weißes Feld hinter dem Code auf Kraftpapier, dunklem, transparentem oder strukturiertem Material.

Platzierung

  • Auf einer ebenen Fläche, nicht über Kanten, Falze, Laschen, Nähte oder Perforationen.
  • Nicht verdeckt von Laschen, Preisaufklebern, Etiketten oder Sleeve-Überlappungen.
  • Bei Bedarf gedreht auf stark gewölbten Flaschen, Gläsern und Tuben.
  • Umkartons getrennt von den enthaltenen Verkaufseinheiten gekennzeichnet.

Dateien und Tests

  • Vektordatei (SVG, EPS oder PDF), in tatsächlicher Größe gedruckt, nicht „an Seite angepasst“.
  • Thermotransfer- oder hochwertige Laseretiketten für Produkte, die im Regal stehen.
  • Ein fertiges Muster mit Smartphone und Handscanner aus verschiedenen Winkeln gescannt und die gelesenen Ziffern mit der beabsichtigten Nummer verglichen.
  • Ein Prüfbericht (ISO/IEC 15416), wenn ein Händler oder Distributor ihn verlangt.
  • Ein etwaiger QR-Code getrennt von der EAN-13 platziert, nie an ihrer Stelle.

Als Hintergrund zu diesen Normen behandelt GS1s Ten steps to barcode implementation Größe, Farbe und Platzierung in einem Dokument, und die Änderungsmitteilung von GS1 zu Vergrößerung und X-Maß erklärt den Abschied von der „Prozentangabe“. Die Barcode-Supportseite von GS1 Nederland nennt den Bereich von 80–200 %, und die GS1-Seite zu EAN/UPC-Barcodes beschreibt die Symbologie selbst.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß muss ein EAN-13-Barcode mindestens sein?

Das Minimum sind 80 % der Nenngröße. Das ergibt ein X-Maß (schmalster Strich) von 0,264 mm und ein Symbol von etwa 29,8 × 20,7 mm einschließlich Ruhezonen und Ziffern. Betrachten Sie das als Grenze, nicht als Ziel. Peilen Sie 100–120 % an, wann immer die Verpackung es zulässt.

Darf ich einen Barcode niedriger machen, damit er aufs Etikett passt?

Nein. Das Kürzen der Strichhöhe (truncation) ist bei EAN/UPC-Barcodes nicht zulässig und senkt die Leserate an der Kasse. Verkleinern Sie stattdessen den ganzen Barcode proportional, auf mindestens 80 %, oder verlegen Sie ihn auf eine größere Fläche.

Darf ein Barcode farbig gedruckt werden?

Ja, solange die Striche dunkel sind und der Hintergrund hell. Dunkelblaue, dunkelgrüne oder sehr dunkelbraune Striche auf Weiß können funktionieren. Vermeiden Sie rote, orange und rosa Striche, die unter dem roten Licht eines Scanners verschwinden, und drucken Sie nie helle Striche auf dunklen Grund.

Welches Dateiformat eignet sich am besten für den Barcode-Druck?

Ein Vektorformat wie SVG, EPS oder PDF, weil die Striche in jeder Größe scharf und exakt bleiben. Vermeiden Sie vergrößerte oder komprimierte JPEGs, die die Kanten verwischen. Kunden von GTINcodes.com können in ihrem Konto druckfertige SVG-Barcode-Bilder für ihre Codes herunterladen.

Warum lässt sich mein Barcode mit dem Smartphone scannen, aber nicht an der Kasse?

Smartphone-Kameras sind sehr nachsichtig, ein Scan mit dem Handy beweist also keine Qualität. Kassenscanner haben Probleme mit geringem Kontrast, glänzenden Oberflächen, unscharfen Kanten, fehlenden Ruhezonen und zu kleinen Codes. Drucken Sie auf mattes Weiß, verwenden Sie schwarze Vollfarbe und prüfen Sie Größe und Ränder.

Ersetzt ein QR-Code den EAN-Barcode?

Noch nicht. Laut GS1 muss der GS1-QR-Code zusammen mit einem EAN- oder UPC-Barcode verwendet werden, und die meisten Kassenscanner können ihn heute nicht lesen. Sunrise 2027 ist ein Bereitschaftsziel, damit Kassen bis Ende 2027 2D-Codes lesen können, keine Pflicht, die EAN abzuschaffen.

Brauchen Sie EAN-Codes?

Gültige, eindeutige EAN-13-Codes, auf Ihr Unternehmen registriert und in wenigen Minuten in Ihrem Konto.

EAN-Codes kaufen

Weiterlesen

Dieser Ratgeber beschreibt die Regeln, wie sie GS1 und die Marktplätze zum Zeitpunkt der Erstellung veröffentlicht haben. Regeln ändern sich; prüfen Sie vor dem Einstellen die aktuellen Regeln Ihres Verkaufskanals. Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung.